Geleakt: Neue Chancen für Geothermie in Südhessen

Nach Rücksprache mit externen Experten habe sich die ÜWG-Geschäftsführung entschieden, weitere Fördertests Ende 2017 zu starten und die Bohrarbeiten bei Trebur wieder aufzunehmen. Grund dafür seien neue Chancen der Energiegewinnung durch ein bisher auch in Fachkreisen wenig bekanntes, neuartiges aerothermisches Verfahren, so Kreistagsmitglied Christian Greb nach einer nicht-öffentlichen Sondersitzung des Energie-Ausschusses.
Während der letzten Probebohrungen im August 2016 sei die Anwendbarkeit des Verfahrens im Kreis Groß-Gerau festgestellt worden. Die nun neu einzuleitenden Untersuchungen seien allerdings zunächst nicht in die Öffentlichkeit zu tragen, da angeblich die Gefahr bestünde, dass Teile des Verfahrens vor seiner vollständigen Patentierung bekannt werden könnten. Außerdem wolle man nicht unnötige Ängste in der Bevölkerung schüren, so Greb weiter. „Ich bin mir bewusst, dass mich diese Indiskretion mein Mandat im Ausschuss kosten könnte, aber wir Piraten stehen nun einmal für Transparenz politischer Entscheidungen und können an dieser Stelle nicht weiter schweigen. Die Heimlichtuerei ist völlig unbegründet und das neue aerothermische Verfahren in Expertenkreisen längst hinreichend bekannt und sicher“, so der Bischofsheimer und plädiert „für eine auf wissenschaftlichen Erkenntnissen gestützte Informationspolitik gegenüber den sehr wohl mündigen Bürgern des Kreises.“
„Das Gespräch mit einem Anwalt für Whistleblowing, der auch Edward Snowden in Deutschland pro bono vertritt, stimmt mich zuversichtlich, dass dies kein Verrat von Geschäftsgeheimnissen im Sinne des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb darstellt und somit auch keine negativen juristischen Konsequenzen für mich haben wird. Dass dieser Vertrauensbruch politische Folgen haben könnte, nehme ich gerne in Kauf“, zeigt sich der Pirat und Wikileaks-Fan kämpferisch.
„Diese neue Variante der ‚Aérothermie‘, ein ‚reziprok-aerosolisierendes Energietransport-Verfahren‘, das geothermische Wärme über eine Pipeline in jeden Haushalt transportieren kann, wurde in Frankreich entdeckt“, heißt es in der Presseerklärung des Kreisverbandes Groß-Gerau der Piratenpartei weiter. Die Pipeline sei mit einem neuen, sich gerade im Patentierungsverfahren befindlichen Latentwärmespeicher gefüllt und ermögliche so einen deutlich höhren thermischen Wirkungsgrad als klassische Kunststoffmantel-Verbundrohr-Systeme auf hydrologischer Basis. Die Wärme werde hierbei quasi durch mikroskopisch kleine Luftblässchen im Wärmespeicher transportiert. Das dafür benötigte Natriumacetat-Trihydrat (C2H3NaO2), das auch in Wärmekissen vorkommt, sei jedoch anders, als der der chemische Name mutmaßen lassen könne, für den menschlichen Körper weitgehend unbedenklich. Dabei entstehender Wasserstoff trete in zu geringen Mengen auf und verpuffe direkt im Inneren des Rohres, übersetzten die Piraten französische Originaltexte. Im schlimmsten Fall könne eine Leitung nach wiederholten Verpuffungen nach Jahren ohne Wartungsarbeiten bersten. Statt des bei klassischen Systemen austretenden Wassers, sei hier im Worst-Case-Szenario ein Austritt des unbedenklichen Trihydrats zu befürchten. Es bestünde keine Gefahr für die Bevölkerung, so ein Vertreter des Betreiberkonzerns.
Öffentliche Gebäude, wie Schulen, Hallenbäder oder gar Rathäuser könnten von dieser neuen Form sogenannter ‚heißer Luft‘ profitieren“, freut sich Greb. Inwieweit das bisherige Heizsystem dafür umgebaut werden müsse, werde noch getestet. Professorin Daniela Pardal von der Pariser Sorbonne sei allerdings zuversichtlich, dass der Energieverlust ausreichend gering sei, um die beachtliche Effizienz der neuen Technologie zu gewährleisten, zitiert der Pirat aus den nichtöffentlichen Unterlagen.

Quellenangaben:
https://de.wikipedia.org/wiki/Latentw%C3%A4rmespeicher
http://www.geothermie-trebur.de/projekt/realisierung/kennzahlen/


Kommentare

2 Kommentare zu Geleakt: Neue Chancen für Geothermie in Südhessen

Schreibe einen Kommentar

Hinweis: Kommentare geben nur die persönliche Meinung desjenigen wieder, der sie schrieb. Durch die Bereitstellung der Kommentarfunktion machen sich die Betreiber dieser Website die Kommentare nicht zu eigen und müssen daher nicht derselben Meinung sein.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt. Verbindlich einzugebende Felder werden mit diesem Zeichen kenntlich gemacht: *